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von ta

TOXIC SMILE: M.A.D. (10th Anniversary Edition)   (Progressive Promotion Records)

"M.A.D." steht für "Madness And Despair" und ist der Titel der ersten Scheibe von Toxic Smile, die anno 2000 in Eigenproduktion und anno 2001 mit leicht veränderter Tracklist von BMG in Korea, aber nicht in Europa, veröffentlicht wurde. Das Manko der fehlenden Europa-VÖ holen Toxic Smile zum zehnjährigen Jubiläum des Albums anno 2011 nach. "M.A.D." wurde mit der Tracklist des BMG-Releases in 500er-Auflage von Progressive Promotion Records wiederveröffentlicht.
CrossOver hatte die Band bereits zu "M.A.D."-Originalzeiten verfolgt, wobei Roland einem "rhythmisch sehr abwechslungsreiche[n], auf halbem Weg zwischen Progrock und Progmetal lagernde[n] Sound" lauschte, der "dank des nicht unterrepräsentierten melodischen Elements, diverser barocker Klangelemente und einiger eingängiger Refrains auch für Nichtmusiker einen hohen Wiedererkennungswert auf[weist]" und das Frühwerk der Evil Wings als Orientierungspunkt nannte, während Christian sich an ruhige Elegy, Yes und Marillion erinnert fühlte und diagnostizierte, dass die Band sich "sich zwischen progressivem Rock und relaxter Barmusik" pudelwohl fühlen würde.
Das mit der Barmusik müsste an anderer Stelle noch mal eigens diskutiert werden, aber relaxt klingen Toxic Smile zweifellos hier und da, wobei mir die vergleichsweise simplen Balladen "Daydream" und "Hate Me", die beide eher im Melodic als im Prog Rock beheimatet sind, bis auf den schönen Beginn von zweitgenanntem weniger gut gefallen als die verspielten Progabfahrten. Besonders die beiden Longtracks des Albums, der siebeneinhalbminütige Titelsong und der Dreizehnminüter "Arirang", sind Vorzeigeprogger voller Stimmungs-, Rhythmus-, Takt- und Tonartwechsel, gefolgt von der Bandhymne "Toxic Smile" und dem Instrumental "0815". Straighter und hardrockiger fallen "Nothing To Believe", "Rollercoaster" und das um mehrere Pfund Power bereicherte Yes-Cover "Owner Of A Lonely Heart" aus, die mit eingängigen Refrains und der wie immer hörenswert-abwechslungsreichen Synthie-Arbeit von Marek Arnold punkten. Als Rauswerfer gibt es mit "Autumn Leaves II" einen recht metallischen Progger mit überraschendem Bruch in der Mitte in einer energischen Live-Fassung. Interessant ist es, im Rückblick zu sehen, wie beide Richtungen, in die Toxic Smile sich später orientierten, hier vorgezeichnet sind, das Proggige, das besonders "Retrotox Forte" auszeichnete, ebenso wie der Hang zu AOR-Momenten, der auf "I'm Your Saviour" einschlägiger ist. "M.A.D." ist hierbei aber nicht etwa unausgegorenes Debüt mit guten Ansätzen, sondern ein fertig ausgebildetes und stimmiges Album, das seinen Platz in der Toxic-Smile-Discographie neben den beiden genannten Nachfolgealben und der unverzichtbaren "In Classic Extension"-Scheibe verdient. Jüngern der Band, deren Geldbörse anno 2001 für einen Asienimport zu schmal war, sei diese Neuauflage ans Herz gelegt.
Kontakt: www.toxic-smile.de, www.progressive-promotion.de

Tracklist:
1. Nothing To Believe
2. Madness And Despair
3. Rollercoaster
4. Daydream
5. Toxic Smile
6. 0815
7. Owner Of A Lonely Heart
8. The Crown
9. Hate Me
10. Arirang
11. Autumn Leaves II



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